Parfum-Diamant mit Rosenschliff: ANN GÈRARD PARFUM – ROSE CUT

ANN GÈRARD PARFUM - ROSE CUT„Schmuck, in seiner äußersten Ausdrucksform, wird zu Parfum”.

Ann Gérard

Schmuckhandwerk und Parfumherstellung – das ist eine ewige Liaison des Schönen und Luxuriösen, die schon so manche prachtvolle Blüte hervorgebracht hat. Man denke nur an die noblen Düfte so traditionsreicher Schmuckhäuser wie Van Cleef & Arpels, Boucheron oder Lalique!

Aber auch einzelne, zeitgenössische Schmuckdesigner wie Emeshel oder Saskia Diez haben schon der verlockenden Versuchung nachgegeben, ihr schmuckglänzendes Portfolio mit einigen Juwelen aus dem Reich der Düfte zu bereichern.

Eine Versuchung, der auch die Pariser Schmuckdesignerin Ann Gérard nicht widerstehen konnte: 2012 erschienen die ersten drei Düfte ihrer bezaubernden Parfumkollektion, die von Bertrand Duchaufour kreiert wurden. Der Meisterparfümeur, den der Parfumblog Now Smell This einmal als den „am härtesten arbeitenden Mann in der Duftbranche“ bezeichnet hat, ist bekannt für seine virtuosen Parfumkompositionen für u.a. Comme des Garçons, L’Artisan Parfumeur, Givenchy und Penhaligon’s.

Ann Gérard begann ihre Laufbahn als Schmuck-Designerin 1981 mit einer Ausbildung an der Schmuckschule Ecole de Bijouterie de Liège in Brüssel. „Ich wusste schon immer, dass ich Schmuck designen möchte“, sagt Ann Gérard. „Ich wollte mit den allerbesten Materialien arbeiten. Also habe ich im Alter von 18 Jahren angefangen, es in Belgien zu lernen – und dann nie mehr damit aufgehört“.

Ann Gérard

Schmuck-Designerin aus Berufung – und Parfum-Liebhaberin aus Leidenschaft: Ann Gérard

Einen Namen machte sie sich in der Schmuckbranche u.a. mit ihren Kollektionen wie Pour ma Princesse oder La bague au doigt, ihren Arbeiten für die japanische Schmuckmarke Rugiada oder für den französischen Schmuckhersteller Bellon aus Valence. Und natürlich mit der Gründung ihres eigenen Labels Ann Gerard Creations 1994. Im selben Jahr wurde ihre Arbeit auch mit dem International Diamond Award ausgezeichnet; die auch als „Oscar der Schmuckbranche“ geltende Auszeichnung wird jedes Jahr an außergewöhnliche Schmuck-Designer verliehen und von dem weltweit größten Diamantenproduzenten De Beers gefördert.  Kurz nach der Jahrtausendwende eröffnete Ann Gérard zudem eine eigene Boutique für ihre Schmucklinie im Pariser Quartier Saint Germain des Prés, die 2006 in ein Studio in der Nähe der Bastille umzog.

Für noble Parfums hatte die Schmuck-Designerin schon immer eine besondere Schwäche, die bis weit in ihre Kinderzeit zurückreicht: „Ich habe Parfums immer geliebt, schon seit ich ein ganz kleines Mädchen war“, erinnert sich Ann Gérard. „Ich weiß noch, dass ich die Parfums meiner Mutter probierte und mir dabei immer bewusst war, dass sie etwas sehr Kostbares und Intimes sind“. Überhaupt waren es ihre Eltern, die der kleinen Ann die Wunder der Parfumwelt nahebrachten, sie bereits als kleines Kind mit Düften versorgten – und nicht mit irgendwelchen: „Es waren gute Parfums von sehr hoher Qualität – also nichts, was man so einfach in einem Geschäft an der Straßenecke findet. So führten mich meine Eltern in die Welt der feinen Parfümerie ein“.

Die Idee für eine eigene Ann-Gérard-Parfumkollektion geht auf das Jahr 2010 zurück. Damals gab es eine Schmuckausstellung, zu der Ann Gérard ihren Freund Bertrand Duchaufour mit der Kreation eines Parfums beauftragte. Cuir de Nacre war der erste Duft der Kollektion, die sich rund um das Thema Juwelen dreht, deren „schmuckes“ Design (Ehrensache!) Ann Gérard selbst entwarf und dem sich bald noch zwei weitere Parfums hinzugesellten: Ciel d’Opale und Perle de Mousse.

Ann Gérard Parfum - die Kollektion

Ann Gérard Parfum – die Parfum-Kollektion

Der jüngste der vier Düfte aus der Parfumkollektion von Ann Gérard ist Rose Cut. Der Name ist bewusst doppeldeutig gewählt: Zum einen deutet er natürlich auf die prominente Präsenz von Rosenessenzen im Parfum hin; zum anderen ist er aber auch ein Fachbegriff aus der Bearbeitung von Edelsteinen – und verweist damit auf die Profession Ann Gérards, das Schmuckhandwerk.

Der Rose Cut („Rosenschliff“) ist eine Schliffart, mit der Schmucksteine geschliffen werden und die dem Erscheinungsbild einer sich öffnenden Rosenblüte nachempfunden ist. Seit ungefähr Mitte des 16. Jahrhunderts sind Rose-Cut-Diamanten bekannt; die schmuckhandwerkliche Tradition des Rosenschliffs ist eng mit der holländischen Juwelierkunst wie auch mit der Herstellung edler Verlobungsringe verbunden. Charakteristisch für Rose-Cut-Diamanten ist neben einer ebenen Grundfläche eine pyramidenartige, mit geschliffenen Facetten versehene Grundform. Bekannte Arten des Rose Cuts sind etwa die „Antwerpener Rose“, die „Volle Holländische Rose“ oder die „Doppelte Holländische Rose“, die jeweils 12, 24 und 48 dreieckige Facetten aufweisen.

Ähnlich facettenreich wie ein Rosenschliff-Diamant präsentiert sich der Duft Rose Cut. Rose Cut ist charmesprühend, wild und feminin zugleich, vereint in sich scheinbare Gegensätze der Weiblichkeit, die er zu einer aufregenden Melange verbindet. Wie unterschiedlich die Facetten sind, in denen Rose Cut schillert, zeigt sich allein schon daran, wie verschieden er in Parfumblogs eingeordnet und kategorisiert wird: Manche wollen in ihm einen Chypre-Duft erkennen, andere einen blumigen Orientalen oder aber einen „Rose-Chouli“ – also einen Duft, der von Rose und Patchouli geprägt ist.

ANN GÈRARD PARFUM - ROSE CUT

In welche Parfum-Schublade man Rose Cut nun auch immer stecken mag: Der Duftverlauf jedenfalls beginnt so spritzig und prickelnd wie Rosé-Champagner mit einer von strahlenden Aldehyden umjubelten Note von Rosa Pfeffer, delikat abgelöscht mit einem Schuss Rum. Im Parfumherzen macht Rose Cut seinem Namen (und nicht zuletzt auch seiner Farbe!) alle Ehre – mit einem wunderbar rosigen Duett aus Rose und Pfingstrose, deren heller Blütengesang begleitet wird von einer etwas dunkleren Bass-Stimme – es ist Patchouli, exquisit untermalt von einer Basis aus feinen Nasenschmeichlern wie Eichenmoos, Benzoeharz und Vanille.

Dass Ann Gérard gerade Bertrand Duchaufour mit der Komposition ihrer Parfums beauftragte, ist übrigens kein Zufall. Wenn dabei überhaupt irgendetwas „Zufall“ war, dann allenfalls, dass eben jener Bertrand Duchaufour vor ungefähr 15 Jahren in die Boutique von Ann Gérard kam, um Schmuck zu kaufen. Die beiden kreativen Köpfe kamen miteinander ins Gespräch, entdeckten so manche Gemeinsamkeiten – und wurden Freunde. Kein Wunder: Denn ebenso, wie die Schmuck-Designerin Ann Gérard seit jeher Parfums liebt, hat auch der vielbeschäftigte Vollblut-Parfümeur Bertrand Duchaufour natürlich noch ein paar andere Interessen als „nur“ schöne Düfte. Schöner Schmuck, zum Beispiel!

Die perfekte Basis also für ein kreatives Tête-à-tête zwischen zwei Bastionen des Schönen und Besonderen schlechthin: Schmuckhandwerk – und Parfumherstellung…

ANN GÈRARD PARFUM - ROSE CUT

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