Von der urbanen Leichtigkeit des Seins: Annick Goutal – VENT DE FOLIE

Vent de FolieEin Hauch von betörendem Leichtsinn und Verrücktheit weht durch die Straßen der Großstadt – und hoch über ihren Dächern

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Camille Goutal und Isabelle Doyen haben mit ihrem neuesten Parfum Vent de Folie eine wunderbare Vision von urbaner Leichtigkeit geschaffen. Bei der Konzeption des Dufts stellten sie sich die Weltmetropole New York vor, ihre prachtvolle Avenues und all die himmelhohen Wolkenkratzer mit ihren spiegelnden Glasfassaden…

Da, inmitten der Häuserschluchten: eine junge Dame! Mit dem unbekümmerten Charme einer Großstadt-Blume streift sie durch die Straßen der Stadt, verbreitet dabei eine Sinnlichkeit, die auf magische Art die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zieht.

Ihre beschwingt auf dem warmen Asphalt tänzelnden Beine werden umspielt von einem luftigen Sommerkleid, frei und sorglos folgt sie ihrem Instinkt, gibt sich dem ewig unwiderstehlichen, aufregenden Sog der Großstadt hin.

Und wer Augen hat, solche Wunder zu sehen, sieht ihre Spuren: bunte, hauchzarte Blütenblätter, die sie auf ihrem Weg durch die Straßen der Stadt auf dem Asphalt zurücklässt wie feinen Feenstaub

In Vent de Folie vermengen sich mit Hedione,  Blutorange, Geranie, schwarzer Johannisbeere, Himbeere, Moschus und Zedernholz köstliche Parfumzutaten zu einem Duft voll aufreizender Unbeschwertheit mit einem Schuss charmanter Verrücktheit; eine Vision, die visuell perfekt illustriert wird von dem Plakatmotiv, das den Launch von Vent de Folie begleitet:

Annick Goutal - Vent de Folie

Ein elfenartiges Wesen, das hoch über den Skyscrapern von New York mit größter Selbstverständlichkeit auf einer Schaukel sitzt und sich in der gelassenen, fast beiläufigen Manier einer Hochseilartistin in dieser unerhört luftigen, schwindelerregenden Höhe den Großstadtwind um die Ohren und durch sein luftiges Sommerkleid wehen lässt. Im Hintergrund sind der Central Park und ein von Sonnenlicht überfluteter Teil des Hudson Rivers zu erkennen.

Die Lüfte über New York als großer Abenteuerspielplatz der Fantasie: Wer will hier nicht auch Großstadt-Elfe sein (…natürlich ohne Höhenangst und absolut schwindelfrei)?

So viel Urbanität und Metropolen-Bezug ist durchaus außergewöhnlich für einen Duft aus dem Hause Annick Goutal; und so ließen sich Camille Goutal und Isabel Doyen von dem Vent de Folie innewohnenden Großstadt-Spirit zu ungewöhnlichen Taten inspirieren: Eigens für die Präsentation von Vent de Folie engagierten sie den Pariser Street-Art-Künstler Nasty, der mit seinen Spraydosen bislang nie Gesehenes und Dagewesenes an die Wand zauberte – nämlich ein Annick-Goutal-Graffito! Aber sehen Sie selbst:

Graffito - Vent de Folie

Die Sprühfläche war in diesem Fall übrigens nicht etwa ein Brückenpfeiler, eine schummerige Unterführung oder ein U-Bahn-Schacht, sondern eine Mauer aus 550 Vent-de-Folie-Parfumkartonagen. Ein Kunstwerk auf Zeit, wie weiland die Berliner Mauer: im Anschluss an die Präsentation nämlich durften die anwesenden Journalisten die besprühten Kartons als Souvenir mit nach Hause (bzw. in ihre Redaktionsstuben) nehmen…

Annick Goutal - Vent de FolieGraffiti ist wie kaum eine andere Kunstform Kennzeichen des großstädtischen Raums. Die bunte Kunst aus Sprühlack ist kontrovers, oszilliert zwischen Illegalität, Rebellion und kreativer Avantgarde: Einerseits handelt es sich bei Graffiti im strafrechtlichen Sinne häufig um Sachbeschädigung – und somit um ein Ärgernis für viele Hausbesitzer, deren Einverständnis für die farbliche Umgestaltung ihrer Hausfassade nur in den seltensten Fällen vorliegt. Andererseits können dabei aber zuweilen durchaus Bilder entstehen, denen in der Kunstszene ein hoher Wert beigemessen wird.

Besonders bekannt ist etwa der geheimnisumwitterte Street-Art-Künstler Banksy, für dessen Graffiti mittlerweile schon Millionenbeträge gezahlt werden. Erst im vergangenen Mai machte er als subversiver Wohltäter von sich reden, indem er in der Nähe eines kurz vor der Pleite stehenden Jugendclubs in Bristol das Bild „Mobile Lovers“ sprayte – und den klammen Club damit gleichsam über Nacht vor dem Aus rettete. Wenn einer wie Banksy etwas an die eigene Hauswand sprüht, dürfte das also wohl kaum einem Hausbesitzer ernstlich die Zornesröte ins Gesicht treiben – die Wertsteigerung der Immobilie jedenfalls ist allemal beachtlich…

Von einem solchen Stellenwert und Bekanntheitsgrad mag der seit 1988 aktive Pariser Street-Art-Künstler Nasty gewiss noch ein gutes Stück entfernt sein; doch auch er ist mittlerweile gefragt und wird durchaus gerne mal für ganz und gar legale Projekte engagiert. Wenn er etwa in aller Seelenruhe, von unzähligen Passanten und Touristen fotografiert, einen farbenfrohen Weihnachtsgruß am Publicis-Gebäude auf dem Pariser Champs-Élysées anbringt, oder nun eben für Annick Goutal eine Wand aus Parfumverpackungen besprüht, ist das weder Vandalismus noch wird deshalb ein Spezialkommando einer Anti-Graffiti-Polizeieinheit anrücken, um dem bunten Treiben ein  vorzeitiges Ende zu bereiten.

Gleichwohl ist der kokette Flirt mit den „Schmuddelkindern“ aus dem Untergrund der urbanen Graffiti-Szene nicht gerade eben gewöhnlich für ein eigentlich so blitzsauberes Parfumhaus wie Annick Goutal, das sonst stets den verträumten Charme mädchenhafter Verspieltheit versprüht – und normalerweise Geschichten von verwunschenen alten Gärten (Ninfeo mio) oder sternenklaren Zaubernächten (Nuit Etoilée) erzählt.

Annick Goutal - Vent de FolieWarum nun also die Zusammenarbeit mit einem Street-Art-Künstler, der wohl weitaus häufiger in rauen Gegenden mit viel Stahlbeton als in noblen Parfümerien anzutreffen ist? „Der neue Duft Vent de Folie“, erklären Camille Goutal und Isabelle Doyen, „ist ganz in der Welt von New York zuhause, dieser vibrierenden Stadt mit ihrer dynamischen Energie. Die Idee, mit einem Graffiti-Künstler zu arbeiten, kam da ganz von alleine, besonders weil es eine Welt ist, die Camille ans Herz gewachsen ist“.    

Und warum gerade Nasty? „Nastys Welt passt perfekt mit der von Vent de Folie zusammen. Als wir mit ihm über das Projekt sprachen, verstand er sofort die Codes und Werte unseres Hauses. Es war spannend, mit ihm zusammenzuarbeiten, vor allem auch, weil Camille schon seit langer Zeit mit seiner Arbeit vertraut ist“.

Das Ergebnis dieser einzigartigen Zusammenarbeit: Neben der besagten Wand aus 550 besprühten Parfumkartonagen bei der Vorstellung des neuen Dufts wird es auch 150 mit Nasty-„Tags“ versehene Vent-de-Folie-Flakons in den beiden Flagship-Stores von Annick Goutal (St Sulpice und Castiglione) als limitierte Sammleredition geben; und in insgesamt 13 Boutiquen werden obendrein die Schaufenster von Nasty gestaltet.

13 Boutiquen – nein, abergläubisch ist man wohl nicht im Hause Annick Goutal. Dafür hat man aber offenbar ein großes Herz für Street Art – und andere Abenteuer des Großstadtlebens

Graffito - Vent de Folie

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