Der Große Essenza Nobile® Parfum Online Kurs

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Image credits: © 2017 Raluca Kirschner

Die wichtigsten Fachbegriffe und ihre Bedeutung

Sillage: Die „Spur“, die ein Duft hinterlässt. Der Ausdruck kommt von dem französischen Wort für „Schiffsheck“. Es geht bei der Sillage darum, wie deutlich wahrnehmbar ein Duft, den Sie tragen, auch für andere Menschen in Ihrer Nähe ist. Ein tiefer, sehr reichhaltiger Duft mit einer üppigen Sillage ist beispielsweise Interlude Man von Amouage – dieser Duft kann auch in größerer Entfernung noch wahrgenommen werden. Eine dezente Sillage wie in Chanels Eau Premiere bewirkt, dass Ihr Duft nur von Personen wahrgenommen werden kann, die sehr nah an Sie herankommen.

Haltbarkeit: Wie lange ein Duft auf Ihrer Haut wahrnehmbar bleibt, ist etwas sehr Subjektives – auf trockener Haut etwa halten sich Düfte grundsätzlich nicht so lange wie auf einer gut durchfeuchteten, gar öligen Haut. Natürlich hat die Haltbarkeit eines Duftes aber auch mit der Konzentration von Duftölen zu tun (siehe unten). Ein Beispiel für einen Duft mit einer äußerst langen Haltbarkeit (über 18 Stunden) ist Tobacco Vanille von Tom Ford.

EDP/EDT/EDC/Extrait oder Reines Parfum: Parfums werden nach der Konzentration der enthaltenen Parfumöle unterschieden, die in Alkohol und Wasser gelöst sind. Reine Parfums oder Extraits enthalten mindestens 25% reines Parfum, ein Eau de Parfum enthält 15-18%, ein Eau de Toilette ca. 10% und ein Eau de Cologne unter 10%. Je höher die Konzentration an Duftölen, desto höher ist die Haltbarkeit des Duftes. Reines Parfum ist hier die luxuriöseste Option und kommen der künstlerischen Intention des Parfumeurs meist am nächsten – leider sind sie selten erschwinglich. Das Eau de Cologne in seiner eher schwachen Konzentration ist für die häufige und durchaus verschwenderische Verwendung gedacht – auch als kleine Erfrischung im Sommer. Besonders verbreitet ist das Eau de Parfum als goldener Mittelweg.

Kopfnote/Herznote/Basisnote: Wenn ein Duft sich beim Tragen entwickelt, durchläuft er drei Stufen – Kopfnote, Herznote und Basisnote. Die Kopfnote besteht häufig aus flüchtigen Elementen, die mehr oder weniger schnell verfliegen – wie etwa Zitrusnoten oder manche Aldehyde. Die Herznote entfaltet sich etwa eine halbe Stunde, nachdem die Kopfnote verflogen ist – wie der Ausdruck „Herz“ schon andeutet, kommen hier, im Mittelpunkt des Duftverlaufs, die Hauptnoten des Duftes voll zur Geltung. Die Basis, nicht selten aus schwereren, haltbaren Elementen aufgebaut – Moose, Holz, Harze, Patchouli… diese Noten geben dem Duft seinen „Drydown“ und sind bis ganz zum Ende des Verlaufs wahrnehmbar.

Entwicklung/Verlauf: Je mehr ein Duft sich im Laufe des Tragens verändert, desto komplexer und vielschichtiger ist sein Verlauf – von einem linearen Verlauf hingegen spricht man bei einem Duft, der vom ersten Aufsprühen bis zum Drydown gleich riecht. Ein linearer Verlauf ist durchaus nichts Negatives – es kommt immer auf den Duft selbst an. Allure von Chanel beispielsweise hat keinen nennenswerten Verlauf und ist ein wundervoller Duft – ein Beispiel für einen komplexen Verlauf ist Aromatics Elixir von Clinique.

Textur: Es mag befremdlich wirken, bei einem Duft von einer Textur zu sprechen – aber Düfte haben tatsächlich unterschiedliche Texturen. Einige fühlen sich schleierhaft, buchstäblich transparent an, so als würde man durch einen sehr dünnen Schal in die Sonne blicken (beispielsweise die Jardin-Serie von Hermes oder die Acquae Allegoria von Guerlain). Andere Düfte erinnern an schweren Samt (Noir de Noir von Tom Ford) oder Seide (Maison Francis Kurkdjian, Oud – Silk Mood) oder riechen pudrig (Shalimar von Guerlain), während wieder andere etwas Cremiges, Balsamisches an sich haben (das ist häufig der Fall bei Vanille oder weißem Moschus).

Animalisch: Hiermit sind Duftnoten gemeint, die Sekrete aus dem Tierreich imitieren. Die am häufigsten nachgebildeten Sekrete sind (1) Moschus – ursprünglich von Moschusochsen gewonnen, (2) Zibet, ein stechend riechendes Analsekret der Zibetkatze, (iii) Castoreum (Bibergeil) und (iv) Ambergris, die Verdauungsrückstände von Walen. Animalische Noten werden heute in der Regel synthetisch nachgebaut – zum einen sind die natürlichen Substanzen extrem rar, und zum anderen sprechen ethische Bedenken gegen ihre ursprüngliche Gewinnung.

Auch einige Pflanzen oder Gewürze können einen animalischen Effekt haben – mit Kreuzkümmel etwa kann man den Geruch von Schweiß imitieren und reizvolle olfaktorische Effekte kreieren (Beispiel: Al Oudh von L’Artisan Parfumeur), und der Duft der Costuswurzel erinnert an ungewaschene menschliche Kopfhaut – diese Substanz macht L’Air de Rien von Miller Harris so unwiderstehlich fleischlich und realistisch.

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