Der Große Essenza Nobile® Parfum Online Kurs

shadow-ornament

Image credits: © 2017 Raluca Kirschner

Die neun Stationen einer Duftreise

  1. Das Erwachen: Viele Duftliebhaber bemerken diese Neigung an sich recht früh, etwa durch das Beobachten ihrer Eltern und deren Umgang mit Düften – das Parfumritual der Erwachsenen übt auf viele Kinder eine große Faszination aus. Ist das Parfümieren etwas Alltägliches oder ganz Besonderes? Wie wird mit den kostbaren Essenzen umgegangen?
  2. Die Teenagerzeit: In diesen Jahren spielt es eine große Rolle, das andere (oder eigene) Geschlecht zu beeindrucken – Drogerien bieten eine große Auswahl günstiger und dabei sehr auffälliger, lautstarker Düfte, wie beispielsweise Axe Körperspray für junge Männer, die sich dann wenig später an etwas reifere Düfte für die Clubnächte herantasten, beispielsweise Paco Rabanne – 1 Million. Die Mädchen im gleichen Alter fühlen sich eher von Düften auf Basis von Vanille und Früchten angezogen – zum Beispiel Pink Sugar von Aquolina. In diesem Alter ist der Duft selbst weniger wichtig als sein Zweck, aufzufallen und Aufmerksamkeit zu erregen.
  3. Monogamie: Wir sind im Berufsleben angekommen und kaufen unseren ersten eigenen Duft mit unserem selbstverdienten Geld – wir wählen unseren Duft sorgfältig aus, denn er soll eine Aussage über unsere Person treffen und perfekt zu uns passen. Diesen Duft verwenden wir täglich und zu jedem Anlass – nicht selten wird der Flakon wiederholt nachgekauft und die Duftwahl über Jahre nicht in Frage gestellt.
  4. Neugier: Auf irgendeinem Weg, sei es durch die Medien, über Freunde, Familie… hören oder sehen wir von anderen Düften und werden neugierig, eventuell schnuppern wir ein wenig herum. Wir schnuppern uns durch die Parfumabteilung der Kaufhäuser und beginnen vielleicht, im Internet zu recherchieren – früher oder später entdecken wir die großen internationalen Duftplattformen Fragrantica und Basenotes. Der ein oder andere erweitert so seinen olfaktorischen Horizont um zwei oder drei Düfte – einige andere aber beginnen so eine abenteuerliche Reise in die wunderbare Welt der Düfte und forschen immer weiter.
  5. Nische: Wir kennen inzwischen sämtliche Düfte der bekannten Marken und erweitern unser Jagdgebiet in Richtung Nischendüfte (diese werden später noch erläutert). Da diese nicht überall erhältlich sind, bestellen wir uns entweder Proben aus dem Netz oder suchen eine große Stadt mit entsprechendem Angebot auf. Auch Blindkäufe kommen vor – wenngleich diese ein gewisses Risiko darstellen, liegen doch die Preise für Nischendüfte nicht selten beträchtlich über den Preisen für Designerdüfte.
  6. Die Klassiker: Nischendüfte und Klassiker sind die beiden Hauptgebiete, in denen der Duftliebhaber seiner Leidenschaft nachgeht. Man kann sich einem klassischen Parfumhaus widmen, etwa Guerlain oder Caron – oder man befasst sich intensiv mit einer bestimmten Ära und den Düften, die charakteristisch für sie waren (etwa die maskulinen Fougeres der 1970er Jahre).
  7. Die Sammlung: Nun wird der Duftfreund zum Enthusiasten. Fünf oder mehr Düfte sein eigen zu nennen wird nicht länger als üppige Ausstattung empfunden – im Gegenteil, für jeden denkbaren Anlass und für jede Gefühlslage muss ein passender Duft zur Hand sein. Eine Sammlung wird aufgebaut, die alle Bedürfnisse abdeckt – nicht selten werden hohe Preise bezahlt, um eine Lücke in der Sammlung zu schließen. Ist der Damm einmal gebrochen, gibt es hier kein Zurück mehr.
  8. Das Extrem: Der Enthusiast begnügt sich vielleicht nicht mehr mit einer großen Sammlung der schönsten Düfte, er beginnt zu jagen – es geht ihm jetzt um das Aufspüren seltener, nicht mehr hergestellter, hochexklusiver oder äußerst teurer Düfte – die Rarität eines Duftes wird dann wichtiger als der Duft selbst. Ähnlich extreme Ausprägungen können für bestimmte Dufthäuser auftreten – wenn jemand alle Düfte eines Hauses sammelt. Oder alle Düfte eines Genres – etwa Rosendüfte. Nicht jeder Duftliebhaber ist so extrem – aber bei wem es so weit ist, der wird nur schwer davon ablassen können.
  9. Zurückrudern: Irgendwann wächst vielleicht die Sehnsucht nach mehr Klarheit und Vereinfachung in der Duftsammlung und der Wunsch, die eigene Sammlung auf einen etwas moderateren Level zu bringen. Der Sammler begibt sich vielleicht auf die Stufe des schlicht Duftbegeisterten zurück und begnügt sich mit dem, was er oder sie bereits hat – einige reduzieren auch ihre Sammlung, indem sie einige Düfte verkaufen oder verschenken. Der Hauptaspekt dieser Liebhaberphase ist vielleicht der, dass der Duftliebhaber nun seinen Weg gefunden hat, genau weiß, was er mag und was nicht und sich in diesem Bereich einrichtet.

Feedback:

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.