Reformulation – Große Düfte neu gemischt

Reformulation von DüftenBildquelle: OpaRolf @ Pixelio.de”

Seit einiger Zeit ist das Schreckgespenst eines jeden Parfumliebhabers zum brisanten Thema geworden: Reformulation. Gemeint ist die Neuformulierung altbekannter und oft auch liebgewonnener Düfte.

Bisher hält sich die Anzahl der reformulierten Parfums zum Glück noch in Grenzen, jedoch wird sich das ab Januar 2010 ändern. Bisher wurden die Formel von Parfums aufgrund hoher Rohstoffkosten einzelner Ingredienzien oder Trendanpassungen verändert, nun kommt aber ein weiterer Faktor von außen hinzu: Die International Fragrance Association hat viele natürliche Duftstoffe für die Benutzung “verboten”, da es Menschen gibt die allergisch darauf reagieren. Eine Liste der Inhaltsstoffe, welche ab 1.1.2010 vermieden werden sollen, können Sie bei der IFRA einsehen. Eine kleine Auswahl der bald verbotenen Substanzen: Heliotrop, Jasmin, Zitrusöle, Opoponax, Styrax.

Die Vorstellung, dass nun bald viele der großen klassischen Düfte ihren einzigartigen Charakter verlieren werden ist grausam. Sogar Klassiker wie Chanel N0.5 werden davon nicht ausgeschlossen sein. Es ist fast so, als würde man bestimmte Noten in der klassischen Musik verbieten und durch andere ersetzen, so dass viele der geliebten Stücke, mit denen häufig starke Emotionen verbunden sind, nicht mehr wieder zuerkennen sind.

Betreiben Sie auch eine Website / einen Blog? Berichten Sie doch auch darüber und klären Sie Ihre Leser darüber auf, was auf sie zukommt. Gerne können Sie auch den Button in Ihre Website einbinden, um dauerhaft auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Vielleicht erreichen wir mit vereinter Kraft mediale Aufmerksamkeit, so dass die vorhandene Liste zumindest noch einmal überdacht und eventuell sogar gekürzt wird.

Wir werden auch an einer Liste reformulierter Parfums arbeiten und diese demnächst veröffentlichen. Sollten Sie schon das eine oder andere Lieblingsparfum nicht mehr wiedererkennen, so hinterlassen Sie uns in diesem Beitrag einen Kommentar, so dass wir den Duft der Liste hinzufügen können.

Ein interessanter Kommentar von Volkmar Heitmann ( Link ) zur Thematik:

Die IFRA ist weder eine staatliche Organisation, noch ist sie eine “Gesundheitspolizei”. Die IFRA ist der internationale Verband der Parfüm- und Duftstoffindustrie und wird dementsprechend auch von ihr bezahlt. Die IFRA ist das Sprachrohr der ganz großen Parfüm-Multis. Alle Regeln und “Gesetze”, die die IFRA verkündet, stammen also von der Parfümindustrie selbst. Wenn die IFRA also bestimmte Duftstoffe “verbieten” will, ist das nichts weiter als ein Marketing-Bluff.

Es geht letztlich einzig und allein darum, den kleinen Herstellern auf dem Markt (die nicht in der IFRA organisiert sind) und den echten Naturkosmetikherstellern das Leben so schwer wie möglich zu machen. Es geht darum, den Verbandsmitgliedern die Marktanteile zu sichern. Wenn also Chanel No. 5 nicht mehr so duftet wie ehemals, ist das eine reine Marketingentscheidung. Wahrscheinlich will die Firma einfach nur Geld sparen und den Profit erhöhen.”

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